
Die Schweizermeisterschaft im Geräteturnen der Männer erweist sich als Spektaktel für den Turnsport. Stefan Meier gewinnt Gold in der Kategorie K7, Noe Landolt sichert sich Silber bei der K6 und Michael Stachel erklärt seinen Rücktritt als Einzelturner.
Die beiden OK-Präsidentinnen Cindy Späni und Tanja Kaufmann konnten im Namen des ETV Schindellegi Turnfans in der mit 1000 Personen ausverkauften Halle des Waid Schulhauses in Pfäffikon SZ begrüssen. In den Kategorien K7, KH, K6 und K5 trafen sich 250 der besten Turner der Schweiz zu den nationalen Titelkämpfen im Mehrkampf des Geräteturnens sowie dem Mannschaftswettkampf der Kantone mit den Disziplinen Boden, Sprung, Reck, Schaukelringe und Barren.
Erfolgreiche Titelverteidigung
Schweizermeister der K7 wurde Stefan Meier (Rickenbach) mit 48,775 Punkten. Hochverdient sei gleich beigefügt, verteidigte er doch seinen Titel aus dem Vorjahr mit einem Mehr von 0,500 Punkten. Und im vergangenen Juni wurde Meier in Lausanne als Erstklassierter der Kategorie K7 auch Eidgenössischer Turnfestsieger. Die Spitzenturner lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Cyrill Hui (Rohrdorf, 48,475 Punkten) als Zweitem und Simon Müller (Wettingen, 48,075 Punkte) auf dem Bronzerang. Simon Späni und David Meister (beide Schindellegi) vertraten den Kanton Schwyz. Vermeidbare Fehler in der Bodenübung verhinderten im letzten Moment die Auszeichnung für Späni um 0,100 Punkte, der 22-jährige Zimmermann erreichte den 26. Rang mit 46,275 Punkten, Meister wurde 33. mit 45,850 Punkten. Späni meinte hierzu: «Das Niveau ist im Vergleich zu vor drei Jahren enorm gestiegen. Für uns stimmt es. Uns ist es heute gut gelungen, besser als sonst dieses Jahr.» Vereinskollege Meister stimmte dem zu: «Ich bin zufrieden.»
Rücktritt von Michael Stachel
Auffallend laut reagierte das Publikum jeweils bei den Auftritten von Michael Stachel (Siebnen). Am Samstagabend erklärte sein Vater Max Stachel: «Heute war es seine 19. SM, und es ist das letzte Mal, dass ich Michael betreut habe. Das erste Mal war im Jahre 2003.» Der 37-jährige Monteur bleibt dem Turnen aber erhalten. «Ich turne in der Sektion weiter. Aber als Einzelsportler höre ich auf. Und ich engagiere mich weiter beim Nachwuchs.» Stachel erreichte in der Kategorie der Herren den 26. Rang. Gold ging an Francis Büchi (Bussigny), Silber an Christian Hofstetter (Ettiswil) und Bronze an Martin Häberling (Obfelden).
Noe Landolt mit Silber
Lange sah es so aus, als sei Noe Landolt (Wangen) auf dem Weg zum Titel in der K6. Nach vier Disziplinen lag der 18-jährige Gymnasiast knapp in Führung. OK-Präsidentin Späni meinte zur Ausgangslage: «Noe ist überall stark.» Landolt erreichte zuletzt im Bodenturnen die Note 9,300, Simon Strässle (Rohrdorf) gelang es aber im letzten Durchgang, seinen Rückstand von 0,150 Punkten in einen gleich hohen Vorsprung umzuwandeln. Er gewann mit 47,350 Punkten vor dem Märchler (47,200 Punkte). «Ich habe den Sieg nicht mehr erwartet, aber darauf gehofft», verriet Strässle. K6-Vizemeister Landolt meinte zu Silber: «Es ist schön, eine Medaille zu gewinnen. Ich bin zufrieden.» Bronze ging an Andrin Rathgeb (Schaffhausen, 46,850 Punkte). Ronny Lacher (Siebnen) erreichte den 39. Rang (44,625 Punkte).
Die Meisters erstmals dabei
Ihren ersten Auftritt an einer Schweizermeisterschaft erlebten die Zwillinge Kristian und Lukas Meister (Schindellegi). Die zum Verwechseln gleich aussehenden Brüder erreichten im Mehrkampf der K5 die Ränge 25 (Kristian) und 43 (Lukas). Beide waren mit dem Erreichten nicht ganz so glücklich, haderten sie doch ein wenig mit den Rängen und den Punkten. Wichtig war aber die Erfahrung einer Teilnahme. Nach ihrem Auftritt arbeiteten beide in Helferdiensten als Kameraleute für die Live-Stream-Übertragung des Wettkampfes. Gold ging an Gil Müller (Triengen, 47,250 Punkte), Silber an Ennio Hunger (Wettingen, 46,950 Punkte) und Bronze an Mauro Schneider (Belp, 46,900 Punkte).
Populärer Mannschaftswettkampf
Am vergangenen Sonntag standen die Mannschaften der Kantone im Rampenlicht. Je fünf Turner kämpften bei einem Streichresultat um die Medaillen und Ränge. Erneut bei ausverkauften Rängen, fühlte man sich phasenweise wie bei einem Rockkonzert oder einem Eishockeyspiel – die Zuschauenden unterstützen «ihre» Turner frenetisch, laut, enthusiastisch. Und sie kriegten auch einiges geboten. Bei den Spitzenteams hagelte es richtiggehend hohe Noten. Die Kategorie A (mit drei K7-Turnern pro Team) gewann der Aargau vor Luzern/Ob- und Nidwalden und St. Gallen. Der Kanton Schwyz startete mit Simon Späni, Michael Stachel, Nicolas Schuler, David Meister und Marco Späni und belegte den 9. Rang. In der Kategorie B siegte der Aargau vor Luzern/Obwalden/Nidwalden und Bern. Der Kanton Schwyz war mit Lukas Meister, Kristian Meister, Simon Baumgartner, Ronny Lacher und Noe Landolt vertreten und erreichte den 11. Rang. Fazit von OK-Präsidentin Cindy Späni: «Es gab nur positive Rückmeldungen.» Albert René Kolb

Noe Landolt (Wangen, SZ) am Barren – er gewinnt Silber in der Kategorie K6.

Das Medaillentrio der K7 mit v.l. Cyrill Hui (Rohrdorf, Silber), Stefan Meier (Rickenbach, Gold) und Simon Müller (Wettingen, Bronze).

Das Medaillentrio der K6 mit v.l. Noe Landolt (Wangen, Silber), Simon Strässle (Rohrdorf, Gold) und Andrin Rathgeb (Schaffhausen, Bronze).

Mannschaft Kategorie B des Kanton Schwyz.
Bilder: Robin Rufer
Vielen Dank allen Helfern, die den Anlass ermöglicht haben!

